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Festplatzsystem oder chaotische Lagerung? Vor- und Nachteile

Festplatzsystem oder chaotische Lagerung? Vor- und Nachteile

Auf den ersten Blick scheint die Frage auch schon die Antwort zu liefern: selbstverständlich Festplatz! – das klingt nach einem geordneten, systematischen Lager. Wer will schließlich schon Chaos in seinem Lager haben?! Ersetzt man den bekannten und etablierten Begriff „chaotisch“ jedoch durch den ebenfalls gebräuchlichen Begriff „dynamisch“, so erhält die Fragestellung sofort eine ganz andere Dimension beziehungsweise Qualität. Schon wirkt „Festplatz“ statisch und starr und die chaotische beziehungsweise dynamische Lagerhaltung zeitgemäß und zukunftweisend. Wo nun genau die Vor- und Nachteile des jeweiligen System liegen, wird erst bei näherer Betrachtung deutlich.

Eine optimal gestaltete Intralogistik beginnt mit der grundsätzlichen Entscheidung für die passende Art der Lagerhaltung. Sie ist ein entscheidendes Kriterium, das maßgeblichen Einfluss auf die Intralogistik als Erfolgsfaktor hat. Zu den mit Abstand am häufigsten eingesetzten Arten gehören dabei die statische Lagerung – das Festplatzsystem – und die chaotische Lagerung – auch Freiplatzsystem oder dynamische Lagerhaltung genannt. Welches System beziehungsweise welche Lagerhaltung letztendlich für ein Unternehmen das vorteilhaftere ist, hängt von vielen Parametern ab. Für eine erste Orientierung gilt:

  • Das Festplatzsystem ist in der Regel die bedarfsgerechte Lösung für Unternehmen mit einem kleineren, überschaubaren Lager, in dem die Mitarbeiter sich bestens auskennen und effizient orientieren können.
  • Die chaotische Lagerung ist die passende Lösung für Unternehmen mit teil- oder sogar vollautomatisierten Lagerprozessen, die von einer entsprechenden Informationstechnik (IT)-Infrastruktur – in Form eines Lagerverwaltungssystems (LVS) beziehungsweise Warenwirtschaftssystems oder auch Warehouse Management Systems (WMS) – unterstützt/getragen werden.

Chaotische Lagerhaltung steht für Dynamik, optimierten Raumnutzungsgrad und kurze, schnelle Wege

Zu den Vorteilen der chaotischen Lagerhaltung speziell gegenüber dem Festplatzsystem zählen:

  • Der zur Verfügung stehende Raum wird mit maximaler Effizienz genutzt. Es ist ganz einfach: dort wo ein Regal-/Palettenplatz frei ist, steht der Platz – für alle Artikel – zur Einlagerung zur Verfügung. Die Lagerfläche wird ideal genutzt. Damit grenzt sich die chaotische Lagerhaltung am deutlichsten von einem Festplatzsystem ab, bei dem jeder Lagerplatz nur von einem bestimmten Artikel beziehungsweise einer bestimmten Ware oder einem definierten Teil – je nach Lagerart – belegt werden darf.
  • Neue Teile/Artikel werden ebenso einfach und schnell aufgenommen wie ein ganzer Sortimentswechsel durchgeführt wird. Jeder freie Platz kann umgehend zur Einlagerung genutzt werden. Das ist ein großer Vorteil gegenüber einem statischen Festplatzsystem, bei dem ein neuer Platz zunächst durch Umräumen/Umlagern oder Auflösung eines bisherigen Platzes geschaffen werden muss.
  • Die Wege und damit Zeiten für Ein- und Auslagerungen beziehungsweise Lagerspiele werden kürzer. Durch die IT-gestützte Navigation werden dabei nicht nur wegeoptimierte Strecken errechnet, sondern zusätzlich auch Waren-, Artikel- oder Teilerotationen berücksichtigt. So werden Schnelldreher zum Beispiel automatisch an Lagerausgängen positioniert.
  • Nicht realisierbare Lagerspiele werden leichter ausgeglichen. Wenn beispielsweise die Kommissionierung eines Artikels – infolge einer Störung im Regalgang – ins Stocken kommt, so kann das Lagerspiel in den meisten Fällen an einem anderen Regalplatz umgesetzt werden. Denn bei der chaotischen Lagerung ist der Artikel oft auch noch mindestens an einem weiteren Platz vorhanden und kommissionierbar. Bei einem Festplatzsystem kommt es dagegen oft zu einem vollständigen Kommissionier-Stillstand infolge Gassen- beziehungsweise Regalgangsperrung.
  • Alle Lagerplätze sind transparent und aktuell im LVS verzeichnet. Durch die Platzvorgabe und Navigation mittels des LVS können sowohl Kapazitätsschwankungen – infolge von zum Beispiel Krankmeldungen seitens der Kollegen – leichter ausgeglichen als auch die Einarbeitungszeiten neuer Mitarbeiter deutlich gesenkt werden.
  • So stark diese Vorteile der IT-gestützten chaotischen Lagerhaltung auch sind – die Digitalisierung stellt jeden Betreiber zugleich auch vor eine Reihe neuer Aufgaben, deren Bewältigung eine hohe Priorität genießen muss, wenn sich die Vorteile des Systems nicht zum Nachteil entwickeln sollen.
Zu den Nachteilen der chaotischen Lagerhaltung zählen im Detail:
  • Die Investition in eine umfangreiche IT-Infrastruktur ist ebenso zwingend wie die digitale Erfassung aller Regalplätze und ihrer Inhalte. Beides ist mit einem nicht zu unterschätzenden Kosten- und Zeitaufwand verbunden. Dazu addiert sich die fortlaufend notwendige Aktualisierung und die Wartung des IT-Systems. Kommt es bei dem System zu Fehlern oder sogar zu einem Komplettausfall, so kann a) im Lager kaum noch gearbeitet werden und muss b) ein neuer Lager-Datensatz aufgesetzt werden, der unter Umständen das komplette Aus- und Einlagern aller Lagergüter erfordert.
  • Irrtümlich falsch eingelagerte Waren/Teile/Artikel bleiben praktisch unauffindbar. Weder das LVS noch die Mitarbeiter sind umgehend in der Lage, die Fehleinlagerung zu identifizieren. Nur mit erhöhtem Aufwand sind Rückschlüsse und somit eine Fehlerbeseitigung möglich.
  • Stark unterschiedlich große Waren/Teile/Artikel sowie Gefahrengüter lassen sich nur schwer beziehungsweise gar nicht nach dem chaotischen Prinzip lagern. In dem ersten Fall ist die Unvorhersehbarkeit der Größe kontraproduktiv, im zweiten Fall verhindert der jeweils exakt vorgeschriebene Mindestabstand jegliche chaotische Lagerung.

Das Festplatzsystem steht für Überschaubarkeit und einen hohen Grad an IT-Unabhängigkeit

Zu den Vorteilen des Festplatzsystems speziell gegenüber der dynamischen beziehungsweise chaotischen Lagerhaltung zählen:

  • Jedem Artikel/Teil beziehungsweise jeder Ware ist ein definierter Platz im Regal zugeteilt. Die Lagermitarbeiter müssen sich weder orientieren noch mittels einer Software beziehungsweise App über den anzusteuernden Lagerplatz informieren.
  • Der Füllgrad der Regalanlage gibt auf einen Blick Auskunft über die Notwendigkeit von Nachbestellungen sowie erfolgte Auslieferungen beziehungsweise Schnell- und Langsamdreher.
  • Umfangreiche Investitionen in die Installation sowie die permanente Aktualisierung einer IT-Infrastruktur entfallen.
  • Durch die Einlagerung gemäß Umschlag- beziehungsweise Rotationsgeschwindigkeit lassen sich Wegzeiten für Lagerspiele effizient verkürzen.

Zu den Nachteilen des Festplatzsystems zählen im Detail:

  • Wenn ein Teil/Artikel ausgelagert ist, steht der Regalplatz leer und ist bis auf weiteres ungenutzt. Dieser Umstand senkt den Raumnutzungsgrad deutlich ab; speziell wenn zum Beispiel neue Artikel eingelagert werden sollen, für die allerdings Ad hoc kein Platz zu finden ist. Umstände wie dieser senken den Raumnutzungsgrad deutlich im zweistelligen Prozentbereich ab.
  • Dadurch, dass die gesamte Lagerhaltung nicht – wie bei der chaotischen Lagerhaltung – durch ein zentrales IT-System überwacht wird, kann es infolge von Unaufmerksamkeit – beziehungsweise einer nicht penibel genug durchgeführten Bestandkontrolle/Auswertung von Lagerspielen – zu „Lagerleichen in Kostenfallen“ kommen.
  • Bei einem erhöhten Kommissionieraufkommen kann es infolge mangelnder Koordination der einzelnen Order-Picker zu Engpässen in den Regalgängen kommen, die den Materialfluss deutlich verlangsamen.

Fazit: Ganz grob betrachtet ist das Festplatzsystem leichter zu organisieren und eher etwas für kleinere Läger, und ist die chaotische Lagerhaltung immer mit dem Einsatz eines Lagerverwaltungssystems beziehungsweise eines Warehouse Management Systems verbunden und daher eher etwas für große Lager. Nicht von ungefähr hat sich ja auch ein sehr bekannter, nach einem südamerikanischen Fluss benannter Onlineversandhändler in seinen Logistikzentren für diese Lagerplatzzuordnung entscheiden.

Doch so einfach ist es in der betriebswirtschaftlichen Praxis natürlich nicht. Nur wer sich aller Einflussfaktoren der Lagerplatzzuordnung bewusst ist, diese sorgfältig gegeneinander abwägt und die Effekte – sowohl der reinen Formen als auch der möglichen Mischformen – betrachtet, kann auch diesen Lagerhaus-Aspekt bedarfsgerecht lösen.

Topics: Lager